Rüdiger Goeritz
Unter dem Motto Kunst im Foyer sind sieben Geister des Gelsenkirchener Künstlers Rüdiger Goeritz in die Geschäftsräume der E.ON Fernwärme GmbH eingezogen. Rüdiger Goeritz führt uns das geheimnisvolle Reich von Naturerscheinungen vor Augen. Seine "Naturgeister" basieren auf Makroaufnahmen von Blättern, Zweigen, Gräsern. In diesem Fall ist es das artenreiche Strandgut der dänischen Ostseeinsel Fünen. Dementsprechend naturnah fällt die Farbpalette der Bilder aus von zart- über steingrau und sandbeige bis gelb, über grün bis schwarz. Die Motive ergeben sich erst viel später bei der Vergrößerungsarbeit. Die mit einer Kleinbildkamera aufgenommenen Fundstücke werden zunächst entwickelt und vergrößert, dabei wird die Aufnahme gespiegelt und neu zusammengefügt. Auf diese Weise entstehen die gruseligen "Geister". Es sind maskenhafte Gesichter wie Totems, die afrikanisch, mexikanisch und eigenartig fremd anmuten.
Inzwischen erfolgt der technische Ablauf nicht mehr von Hand mit Skalpell und Lineal, sondern am Bildschirm eines Computers. Die Methode der Digitalisierung erlaubt es dem Künstler, größere Mengen von Fotos zu bearbeiten, aber auch die Spanne des Experimentierens hat sich durch die moderne Technik erweitert. Ist das gewünschte Bildergebnis erreicht, werden die Daten abgespeichert und zum Plotten auf Leinwand in eine entsprechende Druckerei gegeben.
Rüdiger Goeritz, gelernter Schriftsetzer, folgte neben seiner beruflichen Tätigkeit stets seinem Drang, Kunst zu machen und zu gestalten. Kontakte zur Gelsenkirchener Kunstszene entwickelten sich über den Halfmannshöfer Rolf John, über Kurt Janitzki und Rolf Feddern. Über den Letztgenannten lernte er 1976 Many Szejstecki kennen, der ihn für die in Buer angesiedelte Künstlergemeinschaft "werkstatt" gewann, deren Mitglied er bis 1985 war. In zahlreichen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen hat er seine Bilder gezeigt z. B. in der Jazz- und Art-Galerie, Gelsenkirchen, im Buerschen Museum, im Bischöflichen Generalvikariat, Essen, in der Städtischen Kunsthalle, Recklinghausen, in den Volkshochschulen Dorsten und Herne, in Galerien in Saarbrücken, Worpswede und Delmenhorst uvm.
Seit sechs Jahren gibt es die Initiative zum Ausstellungsprojekt Kunst im Foyer der E.ON Fernwärme GmbH mit dem Ziel, eine Verbindung zwischen Arbeitswelt und Kunst einzugehen. Inzwischen ist das Foyer als Dauerausstellungsort im Gelsenkirchener Kunstführer erwähnt. In enger Zusammenarbeit mit Reinhard Hellrung vom Städtischen Museum Gelsenkirchen-Buer und der Kommunalen Galerie im Hans-Sachs-Haus werden die Exponate ausgewählt. Diese Ausstellung dauert bis zum 18. März 2005 und kann während der Geschäftszeiten von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr von jedermann besucht werden.
Ort: E.ON Fernwärme GmbH, Bergmannsglückstraße 41-43, 45896 Gelsenkirchen
Bei Rückfragen:
Eva Dreckmeier
T 02 09-6 01-82 38
eva-marie.dreckmeier@eon-fernwaerme.de
